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Die Bilder der theologischen Bibliothek

Viele Bildsprachen. Ein Auftrag: genauer sehen.

Die Bilder in den Bänden illustrieren nicht einfach, was der Text ohnehin schon sagt. Sie verlangsamen, verdichten und verschieben den Blick.

Radierung, Expressionismus, Aquarell, Kohle, Buntstift und Holzschnitt leisten dabei Verschiedenes. Bei den Blickwechseln und Plakaten darf die Kunstform von Thema zu Thema wechseln. Entscheidend bleibt, dass sie einen eigenen Zugang zur Bibel und zu Wingrens Theologie des geschaffenen, gefährdeten und weitergegebenen Lebens eröffnet.

Radierung zu Kain und Abel
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Band 1

Radierung

Linien, Furchen und Schatten verlangsamen den Blick und halten widerständige Details fest.

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Expressionistisches Bild zu Kain und Abel in der Gegenwart
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Band 1

Expressionismus

Farbe und Verdichtung machen sichtbar, welche lebensdienlichen und zerstörerischen Kräfte gegeneinander arbeiten.

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Aquarell zur Speisung der Fünftausend
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Band 2 und Band 3

Aquarell

Wasser, Pigment, Papier und Hand zeigen Dinge in Bewegung, empfangen, gebraucht und weitergegeben.

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Kohlezeichnung zu Rebekka an der Schwelle ihres Hauses
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Band 4

Kohlezeichnung

Spur, Schwärze und freigelegtes Licht lassen alltägliche Orte als Mitspieler biblischer Bewegung hervortreten.

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Buntstiftzeichnung zum barmherzigen Samariter, eine Hand wendet sich einem verletzten Menschen zu
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Hefte 1 bis 4

Buntstiftzeichnung

Sichtbare Striche, gebrochene Farben und eine leicht expressionistische Spannung holen die biblische Bewegung nahe an das eigene Sehen und Handeln.

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Plakat Dorf mit geschlossenem Häuserkreis und einem leuchtenden Weg, der sich zu den Türen verzweigt
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Plakate

Plakatkunst

Holzschnitt, Buntstift, Cyanotypie, Papiercollage, starke Kontraste und wenige Farben wirken aus der Ferne. Die Kunstform folgt dem Thema, die klare Bewegung verbindet die Reihe.

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Ein Lachen sendet Splitter nach unten, verbindet Menschen am Tisch und bringt eine Krone ins Rutschen
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Blickwechsel

Wechselnde Bildsprache

Jedes Thema sucht die Kunstform, die seine Spannung am deutlichsten sichtbar macht. Mission fragt nach Geben und Empfangen. Werte prüft stumme Wegweiser. Work-Life-Balance stellt Ausgleichen neben Weitergeben. Lachen prüft, wohin sich seine Kraft richtet.

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Die Hefte öffnen den nächsten Blick

Der Buntstift bringt die Anwendung ins Bild.

In allen vier Heften bleibt der Buntstift als Spur der zeichnenden Hand sichtbar. Die Farben glätten nichts. Sie begleiten den unterbrochenen Weg, das gemeinsame Tragen und den länger werdenden Tisch. In Heft 4 folgen sie Jesu Händen vom Tisch zu den Füssen. So führen die Zeichnungen nicht bloss vor Augen, was damals geschah. Sie fragen, wohin sich unser Blick, unsere Hände, unser Besitz und unsere Fähigkeiten heute bewegen.

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Blickwechsel bleibt künstlerisch offen

Nicht die Reihe bestimmt das Bild. Die Frage bestimmt es.

Ein Phänomen kann nach einer stillen Zeichnung verlangen, ein anderes nach einer scharfen Collage, einem Aquarell oder einer ungewohnten fotografischen Verdichtung. Die Bilder der Blickwechsel müssen deshalb keinen einheitlichen Stil tragen. Sie müssen einen Gedanken sichtbar weiterführen. Beim Thema Mission begegnen sich Brot und Licht an einer Schwelle. Beim Thema Werte trifft eine Collage aus Papier, Graphit und zurückhaltender Farbe vier stumme Wegweiser auf einen Menschen, der sich einem anderen zuwendet. Beim Thema Work-Life-Balance steht eine körnige Risographie zwischen Waage und Tisch: Oben hält ein Mensch das Gleichgewicht, unten gehen Brot, Werkzeug und Fürsorge von Hand zu Hand. Beim Thema Lachen verbindet eine Collage aus Schnittflächen, gezeichneten Figuren und gedruckter Farbe drei mögliche Richtungen: Splitter treffen einen Gebeugten, Wellen verbinden Menschen am Tisch, ein heller Atemzug bringt eine Krone ins Rutschen. Die Bilder fragen nach Geben und Empfangen, nach der Kraft des Rufes und nach der Richtung, in die das geschaffene Leben drängt.

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Plakate brauchen Fernwirkung

Das Bild muss aus der Entfernung rufen.

Ein Plakat wird nicht zuerst gelesen. Es trifft das Auge, noch bevor ein Satz verstanden ist. Darum dominieren grosse Formen, klare Bewegungen und wenige Farben. Beim Demokratie-Plakat begegnen sich Sprechen, Hören, Widerspruch und Schutz in einem expressionistischen Holzschnitt. Die Mitte bleibt frei. Sie gehört keiner Stimme allein. Beim Ehre-Plakat steht links ein Mensch auf einem unsicheren Turm aus Leistung. Rechts kniet Christus vor einem Verwundeten und legt ihm einen Mantel um. Seine feine Narbe bleibt sichtbar, ohne den Blick zu erschrecken. Beim Sterbehilfe-Plakat schauen sich zwei Frauen am Krankenbett an. Eine dritte Hand trägt beide von unten. Das Bild macht weder die kranke Frau zum Objekt noch die Begleiterin zur Heldin. Beim Natur-Plakat stehen ein fruchttragender und ein gebrochener Baum in derselben Landschaft. Ein Mann empfängt Samen und reicht einem Vogel Wasser. Beim Gebet-Plakat sitzt eine Frau in einem verborgenen Vorratsraum. Unter dem Boden schlägt ein Weizenkorn bereits Wurzeln. Beim Stadt-Plakat führt eine leuchtende Wasserleitung vom unsichtbaren Arbeiter zu Wohnungen, Tram und Bäckerei. Die architektonische Cyanotypie sieht zunächst wie ein technischer Plan aus. Der Mensch unter der Strasse widerspricht ihm: Er ist kein Rad im Getriebe. Beim Dorf-Plakat umschliesst ein dunkler Ring die Häuser. Ein leuchtender Weg kommt von aussen, erreicht eine Frau und verzweigt sich zu den Türen. Die handgeschnittene Papiercollage zeigt Nähe zugleich als Schutz und als Grenze. Beim Friedhof-Plakat steht ein trauernder Mann zwischen den Gräbern. Das Licht wächst nicht aus einem Grab. Es fällt durch das offene Tor von aussen in den Friedhof. Die raue Lithografie hält Trauer und Widerspruch zusammen. Beim Trost-Plakat sitzen eine erschöpfte Frau und der gekreuzigte Christus im selben Regen. Die stillen Wundmale und das gemeinsame rostfarbene Tuch verweigern jede Vertröstung: Christus erklärt die Trostlosigkeit nicht, sondern setzt sich in sie hinein. Beim Taufplakat tritt ein Mann durch eine Tür aus Wasser. Eine dunkle, leere Hülle bleibt zurück. Die ausgestreckte Hand am Bildrand zeigt, wohin Christi Weg durch Tod und Leben führt: zum Nächsten. Beim Abendmahlsplakat empfängt eine Arbeiterin Brot und reicht es zugleich weiter. Werkstatt, Strasse und Tisch zeigen: Christus begegnet der Gemeinde und sendet sie mitten in den Alltag. Beim Sonntagsplakat lässt ein Mann Laptop, Smartphone und Arbeitsausweis zurück. Die geöffnete Tür führt nicht in eine Erlebniswelt, sondern zu Brot, Baum und Mitmenschen. Der farbige Holzschnitt verbindet die Unterbrechung der Arbeit mit dem Licht der Auferstehung. Beim Kreuzplakat bleibt die verwundete Hand Christi offen. Ein rotes Band führt zu einem erschöpften Menschen und zu einem zweiten, der Brot empfängt. Der raue Holzschnitt zeigt das Kreuz nicht als stillstehendes Zeichen. Gottes Liebe geht durch den Tod hindurch und erreicht den Nächsten. Alle dreizehn Plakate zeigen eine Kraft und prüfen ihre Richtung: Schafft sie Höhe über anderen oder Raum für den anderen und die anderen Geschöpfe?

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