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Plakat 05

Gebet

Dein Gebet bleibt verborgen. Gott lässt Leben wachsen.

Gebet muss weder eindrucksvoll klingen noch vor Menschen bestehen. Es kann sprechen, seufzen oder schweigen. Seine Kraft liegt nicht in unserer religiösen Leistung. Gott hört das Verborgene und kann daraus Leben für andere wachsen lassen.

Plakat Gebet: Eine Frau sitzt verborgen in einem Vorratsraum, unter dem Boden schlägt ein Weizenkorn Wurzeln und treibt aus
A3 · 300 dpi · druckbares PDF

Vier Texte, eine Bewegung

Verborgen. Begraben. Wachsend.

Matthäus 6,5-8 · Johannes 12,24 · Hebräer 5,7 · Römer 8,22-27

Gebet wird nicht mächtig, weil Menschen es sehen. Es lebt davon, dass Gott im Verborgenen hört und handelt.

01

Verbergen.

Jesus schickt den betenden Menschen in einen unscheinbaren Raum. Dort fällt das Publikum weg. Das Gebet muss niemandem beweisen, dass es fromm, stark oder gelungen ist.

02

Seufzen.

Römer 8 nimmt dem Gebet den Zwang zu richtigen Worten. Der Geist tritt in das Seufzen der Menschen und der ganzen Schöpfung ein. Getragene Last kann bereits Gebet sein.

03

Wachsen.

Das Weizenkorn verschwindet im dunklen Boden. Gerade dort beginnt es zu wurzeln. Gottes Antwort kann verborgen reifen und später als Leben für andere hervortreten.

Das kleine Zimmer und der tiefe Laut

Gott hört, bevor ein Mensch sein Gebet erklären kann.

Zwei griechische Wörter öffnen den Zusammenhang. Das eine führt in den verborgenen Raum. Das andere benennt den Laut, der kaum noch ein Wort ist.

ταμεῖον
tameioninnerer Raum, Vorratskammer
στεναγμός
stenagmosSeufzen, wortloses Klagen

Das verborgene Gebet flieht nicht aus der Welt. Es trägt deren Not vor Gott und wartet darauf, dass daraus Frucht für andere wächst.

Wingrens Herzmitte

Gebet sucht keine Bühne.

Das Gute muss nicht gesehen werden, um durch Gott wirksam zu werden.

Wingren liest Jesu Wort nicht nur gegen auffällige Frömmigkeit. Auch kirchliche Betriebsamkeit kann sich im Sichtbaren erschöpfen. Zahlen, Veranstaltungen und öffentliche Wirkung zeigen nicht, wo Gott am tiefsten handelt.

Im Gebet fällt die Selbstdarstellung ab. Der Mensch bringt seine Last vor Gott. Er darf darauf verzichten, sich selbst zu sichern. Gerade so wird er frei, auf andere zu hoffen und für sie zu handeln.

Die Bildsprache des Plakats Gebet mit Frau, verborgenem Raum und keimendem Weizenkorn

Das Bild denkt mit

Über der Erde trägt sie. Unter der Erde wächst es.

Die Frau sitzt nicht in einer Kirche. Regale, Vorräte und eine geschlossene Tür machen den Raum gewöhnlich. Ihre Hand ist offen. Sie führt nichts vor. Vielleicht findet sie Worte. Vielleicht trägt sie nur, was zu schwer geworden ist.

Unter dem Boden liegt das Weizenkorn. Der Blick sieht, was der Frau noch verborgen bleibt. Feine Wurzeln greifen bereits in die Erde. Ein Trieb sucht das Licht. So behauptet das Bild keine schnelle Lösung. Es zeigt einen Anfang, der im Dunkeln geschieht.

Der erweiterte Wingren

Christus betet und stirbt.

Gott antwortet nicht mit Verschonung. Gott antwortet mit Auferstehung.

Gethsemane zerstört jedes einfache Rezept. Jesus betet und wird dennoch verhaftet, verlassen und getötet. Gebetserhörung kann deshalb nicht bedeuten, dass Gott jedes Leiden verhindert.

Das Weizenkorn deutet Christi Weg. Es fällt in die Erde und bringt Frucht. Ostern macht das Kreuz nicht harmlos. Gott führt durch den Tod hindurch neues Leben herauf. Darum darf ein Gebet zugleich bitten, klagen, warten und hoffen.

Die Frage bleibt hängen

Was trägst du schon vor Gott, obwohl dir die Worte fehlen?

Das Plakat eignet sich für Kirche, Seelsorge, Schule, Gemeindehaus und stille Räume. Es tröstet nicht mit einer schnellen Antwort. Es nimmt ernst, dass Beten verborgen bleiben, dass Warten lange dauern und dass Hoffnung dennoch Wurzeln schlagen kann.

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