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Plakat 10

Taufe

Das Wasser trocknet. Die Taufe wirkt weiter.

Die Taufe ist kein vergangener feierlicher Augenblick. Gott handelt von aussen am Menschen. Christus verbindet ihn mit seinem Tod und seinem Leben. Darum führt die Taufe nicht aus der Welt hinaus. Sie sendet mitten in das geschaffene Leben und zum Nächsten.

Plakat Taufe: Ein Mann tritt durch eine Tür aus Wasser, lässt eine dunkle Hülle zurück und streckt seine Hand einem anderen Menschen entgegen
A3 · druckbares PDF

Drei Texte, eine Bewegung

Sterben. Anziehen. Zusammenleben.

Römer 6,3-5 · Galater 3,26-28 · 1. Korinther 12,12-13

Das Wasser bleibt nicht an der Haut. Die Taufe verbindet einen Menschen mit Christi Weg und stellt ihn in einen neuen Leib.

01

Sterben.

Paulus sagt nicht bloss, die Taufe erinnere an Jesu Tod. Sie nimmt den Menschen in Christi Tod hinein. Was sich selbst retten und behaupten will, verliert sein letztes Recht.

02

Anziehen.

Im Galaterbrief ziehen die Getauften Christus an. Nicht ihre Leistung, Herkunft oder Stellung gibt ihnen Würde. Christus umhüllt ihr bedrohtes Leben und gibt ihm eine neue Mitte.

03

Zusammenleben.

Ein Geist tauft viele Menschen zu einem Leib. Die Taufe schafft keine private Sicherheit. Sie verbindet Menschen, damit die Gabe des einen dem Leben des anderen dient.

Untertauchen und zusammenwachsen

Christi Weg bleibt nicht neben deinem Weg.

Zwei griechische Wörter schärfen die Bewegung. Das eine bezeichnet das Eintauchen. Das andere beschreibt eine enge, gewachsene Verbindung. Die Taufe legt Christus nicht wie ein Thema vor den Menschen. Sie bindet den Menschen an Christus.

βαπτίζω
baptízōeintauchen, taufen
σύμφυτος
sýmphytoszusammengewachsen, eng verbunden

Die Taufe löst den Menschen nicht aus der Schöpfung. Sie gibt ihn ihr neu zurück, befreit zum Empfangen, Arbeiten, Helfen und Widersprechen, wo der Tod nach dem Leben greift.

Wingrens Herzmitte

Die Taufe geschieht an dir.

Du erzeugst sie nicht. Du empfängst Wasser, Wort und Verheissung.

Darin liegt für Wingren ihre befreiende Kraft. Der Glaube muss sich nicht aus seinem eigenen Erleben ernähren. Wenn Gefühle schwanken und Gewissheiten zerbrechen, bleibt eine Handlung, die von aussen kam: Du wurdest getauft.

Doch diese Gewissheit schliesst den Menschen nicht in sich ein. Christus zieht ihn in seine Bewegung. Sein Leben kommt als Gabe und geht als Beruf weiter. Der Getaufte wird frei, auf den Ruf des Nächsten zu hören.

Die Bildsprache des Taufe-Plakats mit Wasserwand, zurückbleibender Hülle und ausgestreckten Händen

Das Bild denkt mit

Das Wasser wird zur Tür.

Der Mann steht nicht still im Wasser. Er tritt hindurch. Links sinkt eine dunkle, leere Hülle. Sie ist kein zweiter Mensch und kein schreckliches Todesbild. Sie zeigt, dass etwas zurückbleibt, das ihn nicht länger beherrschen soll.

Rechts öffnet sich die Landschaft. Noch wichtiger ist die Hand am Bildrand. Der Weg mit Christus endet nicht beim geretteten Ich. Der Getaufte streckt sich dem anderen entgegen. So wird aus dem Wasser ein Weg in den Alltag.

Christus handelt

Er trägt. Teilt. Sendet.

Christus trägt deinen Tod. Teilt sein Leben mit dir. Sendet dich zum Nächsten.

Diese drei Verben erklären die schwierige Rede vom Begrabenwerden mit Christus. Sein Tod bleibt nicht eine ferne Geschichte. Er nimmt den Tod auf, der auch dein Leben bedroht. Seine Auferstehung bleibt nicht sein privater Sieg. Er teilt sein Leben mit dir.

Gerade deshalb wirkt die Taufe weiter. Christus bewahrt das neue Leben nicht in einem religiösen Innenraum. Er sendet es zu den Menschen, Dingen und Aufgaben, die heute eine Hand brauchen.

Die Frage bleibt hängen

Wem reichst du heute die Hand, weil Christus sein Leben mit dir teilt?

Das Plakat eignet sich für Kirche, Taufgespräch, Konfirmandenunterricht, Erwachsenenbildung und Gemeindehaus. Es lädt dazu ein, Taufe nicht nur zu erinnern, sondern ihre Bewegung im gewöhnlichen Leben zu entdecken.

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