KU-Blätter · Blatt 2
Zuschauen oder dazwischengehen?
Mut beginnt selten mit einer Heldenpose.
Ein Jugendlicher wird in die Enge gedrängt. Viele sehen es. Das Blatt fragt nicht zuerst, wer sich für mutig hält. Es beobachtet, welche kleine Bewegung dem bedrohten Menschen wieder Raum gibt.

Der Kerngedanke
Bedrohtes Leben setzt Menschen in Bewegung.
Schifra und Pua führen keine Heldinnenshow auf. Die Not der Kinder verändert ihre Arbeit, ihre Blickrichtung und ihr Verhältnis zum Befehl des Königs.
Darin liegt der wingrensche Grundton des Blattes. Mut entsteht nicht aus moralischer Selbststeigerung. Ein anderer Mensch wird sichtbar und beansprucht unsere Hände, Füsse und Einfälle. Gottesfurcht bedeutet im Text: Der König füllt nicht mehr den ganzen Horizont. Sein Befehl behält nicht das letzte Wort.

Ein Blick in die Stunde
Der nächste Schritt wird im Raum geprüft.
Eine offene Szene lesen
Eine Buntstiftzeichnung zeigt Zuschauen, Bedrängen und eine noch unvollendete Gegenbewegung.
Ein Standbild verändern
Nur eine Haltung oder ein Ort darf sich verändern. Die Gruppe beobachtet, was dadurch für den anderen anders wird.
Zwei Namen entdecken
Exodus 1 nennt Schifra und Pua, aber nicht den Pharao. Der hebräische Text verbindet Gottesfurcht mit Lebenlassen.
Sicher dazwischengehen
Hingehen, andere holen oder eine Grenze setzen: Nicht der spektakulärste, sondern der lebensdienliche Schritt zählt.
Eine Zeitstunde ohne Heldenprüfung
Fünf Bewegungen tragen durch 60 Minuten.
Jede Phase ist im Blatt erklärt und minutiert. Bei grösseren Gruppen arbeiten mehrere Vierergruppen gleichzeitig. Niemand muss persönliche Erlebnisse erzählen.
Direkt einsetzbar
Was Du vorbereiten musst.
Oder mehrere Vierergruppen, die gleichzeitig arbeiten.
Darauf schreibt die Gruppe das Wort «LEBEN». Dazu kommt ein Timer.
Der Text steht mit Arbeitsübersetzung und zwei hebräischen Wörtern im Blatt.
Zwei spannungsvolle Szenen lassen den Ausgang bewusst offen.
Kostenlos lesen und einsetzen
Drei Seiten für mutiges Handeln ohne Pose.
Das KU-Blatt verbindet Exodus 1,15-21, zwei leicht expressionistische Buntstiftzeichnungen, Standbildarbeit, ein kurzes Rollenspiel und eine zehnminütige Ergebnissicherung.
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