Band 4 · in Arbeit
Gott wartet nicht im Heiligtum.
Häuser, Wege, Felder und Werkstätten der Bibel
Die Bibel erzählt von Gott nicht nur an ausgesonderten Orten. Sie erzählt von ihm an Türen und Tischen, auf staubigen Wegen, zwischen Ähren und bei der Arbeit. Dort begegnet Gott Menschen und setzt sie füreinander in Bewegung.
Der Band entsteht. Veröffentlicht ist vorerst nur das Titelblatt.

Der Kerngedanke
Gott hält sich nicht hinter heiligen Mauern zurück.
Der Titel richtet sich nicht gegen Tempel, Kirche oder Gottesdienst. Er richtet sich gegen die Vorstellung, Gott warte dort, bis Menschen ihr gewöhnliches Leben verlassen und religiös genug werden.
In biblischen Erzählungen geht Gott den Menschen entgegen. Er erreicht Abraham vor dem Zelt, Gideon beim Dreschen, Ruth auf dem Feld und die Jünger bei ihren Netzen. Jesus tritt über Türschwellen, lässt sich auf Wegen unterbrechen und ruft Menschen mitten aus ihrer Arbeit.
Darum sind die Orte in Band 4 keine Kulissen. Ein Haus kann schützen oder ausschliessen. Ein Weg kann verbinden oder gefährden. Ein Feld kann ernähren oder Besitzgier offenlegen. Eine Werkstatt kann dem Leben dienen oder Menschen verbrauchen. Theologisch entscheidend wird ein Ort dort, wo sich an ihm eine Bewegung zum Nächsten öffnet oder verschliesst.
Vier alltägliche Ortsgruppen
Jeder Ort stellt eine andere Frage.
Die vier Bereiche ordnen das Buch. Sie bilden keine starre Abfolge. In jeder biblischen Erzählung können mehrere Orte und Bewegungen ineinandergreifen.
aufnehmen
Haus
Wer darf eintreten, wer bleibt draussen, welches Dach öffnet sich?
Das aufgebrochene Dach, Markus 2begleiten
Weg
Wer hält an, wer lässt sich unterbrechen, wer führt einen anderen?
Der Weg nach Jericho, Lukas 10teilen
Feld
Wem gehört die Ernte, wer liest hinter anderen auf, wer bekommt genug?
Ruth hinter den Schnittern, Ruth 2formen
Werkstatt
Was entsteht durch Hände, wem dient das Werk, was richtet Arbeit an?
Bezalel und Oholiab, Exodus 31Wingren räumlich gelesen
Der Beruf hat einen Ort.
Bei Gustaf Wingren beginnt Beruf nicht beim eigenen Rang und nicht bei einer religiösen Sonderaufgabe. Er beginnt dort, wo ein Mensch den anderen braucht.
Band 4 fragt genauer nach dem Wo dieser Berufung. Welche Räume lassen eine Gabe zum Nächsten gelangen? Welche Schwellen halten sie zurück? Auf welchem Weg darf sich jemand unterbrechen lassen? Wer verfügt über das Feld? Was wird in einer Werkstatt für andere geformt?
Der erweiterte Wingren schärft diese Fragen an Christus. Christus wartet nicht, bis alle Menschen das Heiligtum erreichen. Er geht hinaus, tritt ein, setzt sich an Tische, erzählt vom Feld und ruft Menschen bei der Arbeit. Gottes Ruf wird im Bedarf des Nächsten hörbar.
Der Alltag wird nicht heiliggesprochen. Er wird daraufhin geprüft, ob in ihm Leben weitergegeben oder verhindert wird.
Der vierte Blick
Band 4 führt die Bewegung der Reihe weiter.
Band 1
Der Satz
Wer handelt, wer empfängt, was richtet sich gegen den Tod?
Band 2
Ding und Hand
Was geschieht, wenn Dinge durch verschiedene Hände gehen?
Band 3
Wahrnehmung und Gespräch
Was wird gemeinsam sichtbar, bestreitbar und lernbar?
Band 4
Der Ort
Wo öffnet oder versperrt Alltag eine Bewegung zum Nächsten?
Die Bildsprache
Warum Kohle?
Kohle trägt eine doppelte Erfahrung in sich. Sie entsteht aus Holz, das durchs Feuer gegangen ist. Auf dem Papier setzt sie dunkle Spuren, lässt sich verwischen, verdichten und teilweise wieder fortnehmen. Schwärze und freigelegtes Licht arbeiten miteinander.
Das passt zu einem Buch über gebrauchte Orte. Häuser, Wege, Felder und Werkstätten bleiben nicht unberührt. Menschen treten ein, gehen darüber, bearbeiten sie und hinterlassen Spuren. Die Kohle verklärt diese Orte nicht. Sie zeigt ihre Rauheit, ihren Druck und zugleich jene offenen Stellen, an denen eine neue Bewegung beginnen kann.
Der weitere Aufbau
Was nun entsteht.
Geplant sind vierundzwanzig Ortserkundungen. Sie führen durch Häuser, über Wege, auf Felder und in Werkstätten. Biblische Texte, Wingrens Theologie, Einwände aus heutiger Erfahrung und Kohlezeichnungen sollen einander prüfen und vertiefen.
Die drei veröffentlichten Bände bleiben dabei Gesprächspartner. Band 4 ersetzt sie nicht. Er öffnet eine weitere Tür in dieselbe theologische Bibliothek.
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